Obwohl es klar war, dass es nicht mehr lange dauert, trifft es uns doch sehr hart, es ging doch recht schnell, ich ahnte nicht dass es der gestrige Tag noch wird.

Unsere Cassie hatte schon im letzten Jahr –besonders durch den  sehr heißen Sommer-  massiv unter Atemnot gelitten, durch Herz- und Wassertabletten konnten wir ihr sehr helfen, aber weg ging es nie.

Im Winter merkte kaum jemand, dass sie Probleme hat, denn sie kam gut klar.
Vor drei Monaten merkten wir, dass sie sehr starke Probleme hatte mit spazieren zu gehen. Sie fiel immer mehr zurück, ging nur gemütlich mal hinten nach, mal in eine andere Richtung, aber alles war gut so wie es war, wir haben uns nach ihr gerichtet.
Als es jetzt wieder wärmer wurde, hatte sie mehrere Kreislaufzusammenbrüche, von denen sie sich aber immer wieder erholte, teils mit starker Atemnot, das nicht immer schön war anzusehen.

Am 4. Juni entdeckte ich beim Kämmen einen kleinen Tumor, der am Ende des Afters saß und bin am nächsten Tag sofort zum Tierarzt gegangen. Schon während der Autofahrt merkten wir, wie stark sie pumpte. In der Praxis angekommen fing sie sich aber wieder. Dann sah sie einen Welpen und wollte dahin, dabei regte sie sich so auf, dass sie wieder in Kreis drehte und kurz danach zusammenbrach. Eine ganz schlimme Situation, die wir die letzten Wochen und Tage immer mal wieder mitgemacht hatten. Durch sofortige Kortisongabe, ging es ihr kurzzeitig besser, sie wurde am After untersucht, es schien ein kleiner Tumor zu sein, der nicht viel Aufhebens machte, so dachten wir alle.
Als Rainer sie ins Auto tun möchte, bricht sie erneut zusammen, nun dachten wir an einen Allergieschock, sie bekam sofort ein Antihistamin, aber auch das half nur begrenzt.

Zuhause wieder angekommen schien es so, wie des Öfteren, als wäre nie was gewesen, nur die Atmung zeigte, dass es ihr nicht gut geht.

Die Tage vergangen mal gute, mal weniger gute Tage, mir fiel auf, dass sie sich beim Kotabsetzen sehr schwer tat, immer nur sehr dünne Stränge und meist sehr dünnflüssig bis breiig.
Der Anruf beim Tierarzt war klar, es musste eine Entscheidung her, entweder abwarten, bis der Tumor platzt, was nicht gut gewesen wäre oder der Versuch der OP. Wir wollten die OP versuchen und hätten jetzt am Mittwoch einen Termin gehabt.
Am Samstag half uns Sven beim Betonieren, wie auch schon den Samstag davor, er bekam mehrfach mit wie sie sich quälte und auch immer wieder im Garten zusammenbrach und teils weil sie nicht aufstehen konnte, die Hinterbeine nachzog. Es sagte zu mir, was ist nur auch unserem lebensfrohen Hund geworden......ich wusste, so konnte es nicht weitergehen. Da viel Besuch am jetzigen Wochenende da war, versuchten wir so viel Stress wie möglich von ihr zu nehmen. Sie pumpte zwar, aber man hatte das Gefühl, dass sie sich allen Menschen zeigen wollte an diesem Wochenende.

Es war mit dem Arzt ausgemacht, dass er sie sich nochmal am Montag anschaut und wir besprechen, wie wir weiter verfahren, ob die OP stattfindet oder wir besser wegen dem Herz- und Kreislauf verzichten.
Bei der rektalen Untersuchung kippte sie schon zur Seite in meine Arme, klar das regte sie auf. Der Doc meinte, wir bräuchten noch nicht mal eine Vollnarkose, das Tumörchen könnte man auch ohne viele Probleme entfernen, auch direkt jetzt.

Durch die Untersuchung drückte es Cassie natürlich im Darm und sie ging den Hang hinunter in den Garten und setzte Kot und Urin ab. Wir schauten uns den Kot an, ob Blut oder sonst etwas Auffälliges sei und ich schaue nach oben und sie lag auf der Seite und ich wusste, sie hat wieder einen Zusammenbruch. Sie überstreckte den Kopf japste schrecklich nach Luft und war bereits total blau, ein Zustand den wir auch immer mal wieder beim Spaziergang hatten, allerdings diesmal war es viel Schlimmer, so blau war sie noch nie angelaufen.

Sofortige Maßnahmen wie kaltes Wasser wurden von meinem Arzt eingeleitet, mir war in diesem Moment klar, dass sie jetzt stirbt, denn sie hörte auf zu atmen, ein furchtbarer Tod, doch mein Tierarzt holte sie nochmal zurück durch Wiederbelebung. Eine Situation, die ich im ersten Moment nicht wirklich verstehen konnte.
Cassie hatte Todesangst und setzte wie desöfteren Urin ab, ein ganz klares Zeichen….
Ich schaute meinen Tierarzt ungläubig in diesem Moment an und fragte ihn schon sehr vorwurfsvoll, wie lange Cassie das noch mitmachen muss, wir hätten ihr gerne diese Situationen schon längst erspart. 
Dann ging er ans Auto, Cassie fing wieder an langsam zu atmen, sie schien sich zu erholen. Er meinte nur, unglaublich dieser Hund, was hat sie nur für eine Energie und sie wäre so wunderschön, so tolles Fell, äußerlich nichts zu sehen von ihrem Problem, aber innerlich würde es schlimm aussehen.
Er hatte eine große Spritze dabei, er wusste, ich möchte sie begleiten und nicht im Erstickungstod, sondern ganz behutsam, aber das war mir erst in diesem Moment klar. Er kennt mich schon Jahrzehnte und ich war ihm unendlich dankbar in diesem Moment. Wir wussten beide, dass dies jetzt das einzig Richtige war, er war auch erschüttert, sie so zu erleben.

Jeden Morgen war ich froh, wenn sie mich begrüßte, ich hatte so eine Angst, dass sie irgendwann qualvoll erstickt und ich nicht bei ihr sein kann. Und doch es tut unendlich weh, sie nicht mehr an unserer Seite zu haben, aber ich bin dankbar für über 14 Jahre, die sie als Clown im Aufspringbach war, bis zum hohen Alter immer mit Schalk im Nacken, eine wunderbare Nanny und Mami und genau so möchte ich sie auch in meinem Herzen behalten.

Alte Hunde müssen begleitet werden, auch wenn es manchmal eklig ist und es einen hebt, sie haben einfach das Recht, dass man ihnen hilft. Unser fast 18 Jahre altes Engelchen wird genauso betreut und ja es ist viel Arbeit, man muss auch den Eigensinn akzeptieren, sie haben ihre eigenen Regeln, wie so mancher alter Mensch, der auf einmal völlig anders tickt, sie riechen, da wir die Zähne nicht mehr sanieren können, Kot und Urin wird unkontrolliert teils abgesetzt, Duftwolken schweben im Raum.....
 Ich könnte mich nie von ihnen nach der Zucht trennen, auch wenn es schmerzhaft ist, wenn sie versterben, es gehört einfach genau wie die Geburt eines Hundes dazu.
Es war eine intensive Zeit, die ich besonders die letzten Wochen und Monate mit Cassie erlebt habe, genauso wenn sie ihre Welpen bekommen hat, wir waren immer eins. Und das ist ein gutes Gefühl sie gehen zu lassen, ohne dass sie sich weiter quälen muss, das ist auch Liebe zum Tier…..
Die OP hätte sie sicher auch nicht überlebt, da sind wir alle uns im Klaren gewesen und trotzdem hätte wir ihr die Chance versucht zu geben. Dass sie in meinen Armen einschlafen durfte, war für mich ein Geschenk.
Bitte ruft nicht an und schreibt auch nicht, es reißt immer nur Wunden auf, lasst mich mit meiner Trauer so umgehen, wie es für mich gut ist. Denkt an sie und alles ist gut so……

Cassiopeia vom Aufspringbach *7. September 2004   -     † 17. Juni 2019 

 

Cassie wurde mir damals von meiner  „Brösel“ die ich im B-Wurf verloren hatte geschickt, 
sie sah ihr sehr ähnlich deshalb bekam sie auch den Namen eines Sternenbildes 
und als unser Sven irgendwann sagte, ohhhhhh Bettina, die ist so süß, können wir die nicht behalten…, wusste er nicht, dass dies längst der Plan war.

Sie war ein unglaublich süßer, aber auch sehr agiler Welpe, zerstörte einiges, Blumen hatten keine Blüten mehr, Solarlampen im Vorgarten funktionierten plötzlich nicht mehr und bei genauerem Hinschauen waren die Birnchen zerfressen, wir liebten ihren Unfug und lachten mehr, als dass wir uns ärgerten, sie war einfach so.


Die Freude war groß, als sie sich zur Zuchthündin eignete, sie war Mama von unserem F-Wurf, dies war ihr erster Wurf, von dem die Elozucht sehr stark profitierte, Fernando, Flusi, Furby und Findus-Nando gingen damals in die Zucht. Die weiteren Würfe von Cassie waren der J-Wurf, auch hier ging JJ in die Elozucht,  N-Wurf, der R-Wurf, Xenia und der letzte Elowurf vom Aufspringbach, von diesem Wurf ging Amazing in die Canilozucht und aus dem ersten Wurf von Amazing ging jetzt ihr Sohn Aramis ebenfalls in die Canilozucht. 
Sie war eine ganz tolle und fürsorgliche Hundemami, selten so etwas Vorsichtiges erlebt. Auch als Nanny war sie unbezahlbar, sie hatte so viel Freude an Welpen, sie säugte teils die Welpen der anderen Mamis mit, einfach eine tolle Hündin, die auch noch wunderschön war. Sie war mit Artgenossen super verträglich, liebte unsere Katzen und bei Streit mit anderen Hunden war sie der Schlichter, sie übernahm die Rolle der Rudelcheffin, als es ihrer Mama Allegra schlechter ging. 
Mit Cassie hatten unsere Nachbarn erst mal festgestellt, dass wir Hunde haben. Sie bellte nicht übermäßig, schlug aber an, wenn irgendwas nicht in Ordnung war.
Sie war eine der souveränsten Hunde im Aufspringbach, Deckrüdenbesitzer waren überrascht, wie klar sie ansagen konnte, ob sie einen Rüden mag oder nicht und wenn sie ihn mochte, war sie seeeeehr aufdringlich, dass der Rüde seine liebe Last mit ihr hatte…….. sie war einfach anders, aber toll und war ein echter Hingucker. 
Wir sind unendlich dankbar, dass wir sie so lange haben durften und in ihren Kindern und Enkeln, wie auch Urenkeln wird sie weiter leben, ein schönes Gefühl!